Kurz Nachgehakt III
Und hier kommt es, das 3. “Kurz Nachgehakt” – wie immer mit einigen kurzen Statements zu Sachen die mir in den letzten Tagen aufgefallen sind.
- Das ich kein Freund von Frau Nahles bin hat eine ganze Reihe von Gründen und die Tage gesellte sich ein weiterer dazu. So ist Sie nicht nur eine macht geile Intrigantin, siehe das Verhalten gegenüber Herrn Müntefering, sondern scheint auch jeden Scheiß zu machen um ein paar Wähler zu “überzeugen”. Da ist dann auch schnell mal ein sehr tief geschnittenes Dirndl kein Problem mehr – und sieht die Frau, die so gar nichts mit Bayern zu tun hat, auch noch so hässlich in dem Ding aus. Aber das schöne ist – geholfen hat es nicht; Schließlich hat die SPD in Bayern trotz der Eckeloffensive noch Stimmen verloren (schon fast eine Herausforderung vor dem Hintergrund des CSU-Erdrutsches). Wobei, vielleicht hat die Bayern SPD auch genau wegen Nahles Auftritt noch Stimmen verloren…
- Das Versagen der Gewerkschaften in Deutschland zeigte sich mal wieder sehr schön in einem Kleinen Artikel am Rande in der SZ vom 19.09.. Ich zitiere:
“Die deutschen Arbeitnehmer haben einer Studie zufolge als einzige in der Europäischen Union in den vergangenen acht Jahren einen Reallohn-Verlust hinnehmen müssen. Deutschland habe mit einem Minus von 0,8 Prozent EU-Weit die schwächste Reallohn-Entwicklung [...]“
Aber ganz ehrlich, wirklich verwunderlich ist dies nicht. So scheint es deutschen Großgewerkschaften wie Ver.di doch inzwischen wichtiger für einen Mindestlohn, gegen Hartz und für den Weltfrieden zu protestieren, anstatt erstmal ihre eigentliche Aufgabe hinreichend zu erfüllen: Dem normalen durchschnittlichen Arbeitnehmer, der z.B. von Mindestlöhnen rein gar nichts auf dem Lohnzettel hat, hinreichende und der Wirtschaftslage Rechnung tragende Lohnerhöhungen durchzusetzen. Viel mehr fordert dann z.B. IG Metall in die Finanzkrise und den Abschwung hinein mal eben 9% mehr Lohn – da preis ich mir doch lieber die kleinen Splittergewerkschaften, wie Pilot oder GdL, an, die zwar hartnäckig aber meist auch zu vernünftigen Zeitpunkten kräftige Lohnerhöhungen durchdrücken.
- Wie einige Blogs und Zeitungen über die letzten Tage berichteten, schwillt im Betriebsrat der Saarbahn (ja genau die GmbH wo Lafontaine vor einer Weile Öffentlichkeitswirksam sein Gesicht in die Kameras hielt) ein zunehmender Konflikt. Zu den Hintergründen lest einfach die beiden Links mal kräftig, mich stört jedoch insbesondere eine Aussage des Saarbahn-Betriebsratsvorsitzenden Winfried Jung: “Wenn wir uns nicht einsetzen verlieren wir die Jobs.” Abgesehen von der pauschalisierten und Ängste schürenden Aussage, zeigt es doch deutlich wie weit Linke Politiker oft von einem gesunden Rationalismus entfernt sind. Man suggeriert den Wählern und der Öffentlichkeit das nur durch eine komplette Ablehnung von Veränderungen eine Rettung nötig ist – ein sinnvolles und zielorientiertes Zusammenarbeiten mit der Geschäftsführung und potentiellen Investoren bei einer Privatisierung wird erst gar nicht ernsthaft in Betracht gezogen. Getreu dem Motto, Hauptsache Anti.
- Lewis Armstrong tut es wieder. Er wird sein Comeback im professionellen, in meinen Augen noch immer Doping verseuchten, Radsport in Australien bei der Tour “Down Under” geben. Einen sehr schönen Bericht zu den Hintergründen findet ihr hier auf allesaussersport. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen und es bleibt wohl nur zu hoffen das Leute wie Armstrong, die kein echter Sport brauch, mittelfristig überführt werden und so hart wie irgend möglich bestraft werden.
- Und zum heutigen Abschluss noch mal zu einem Bericht der Süddeutschen. So war eigentlich “Die Spritpreise sind mir scheiß egal – ich fahr Bus und Bahn” einer meiner absoluten Lieblingssprüche. Aber das war wohl ein typischer Fall von denkste, denn Bahnfahren wird schneller teurer wie das Autofahren. So meldet das Statische Bundesamt in der Süddeutschen Zeitung das Tickets für den öffentlichen Personennahverkehr um 36,3 % Prozent teurer geworden sind – im selben Zeitraum stiegen die Kosten zum Kaufen und Unterhalten eines Autos nur um 25,2 %. Besonders gefährlich hier dran ist eine einfache Sache; die Leute die in der Regel nicht das Geld für ein Auto haben und daher Bus und Bahnen nutzen (und noch ganz nebenbei die Umwelt weniger belasten), müssen nun grössere Teile ihres verfügbaren Einkommens für die Mobilität ausgeben. Sozial gerecht ist dies nicht – aber das ist ein de facto verstaatlichter Markt selten.
Das war also “Kurz Nachgehakt III”. Ich hoffe euch gefällts und ich freu mich auf euer Feedback.
Der Frei-Gen’er







(Ø 4.67)





Tja, also mal zur Gewerkschaft, da gibt es doch einiges, was nicht ganz rund läuft. Nicht nur die Lohnerhöhungen sind nicht mehr das Hauptaugenmerk, auch sind die Gewerkschaften insgesamt weniger streitlustig geworden und behaupten, eine Klage würde ohnehin abgewiesen, so war es bei meinem Bekannten. Darauf ging er zum freien Anwalt, der Aussicht auf Erfolg sah, sie klagten und siegten – wofür dann noch ein Beitrag zur Gewerkschaft?
Zum Thema Bahnfahren – du hast den Punkt außer Acht gelassen, dass die Tickets für Bus und Bahn sicher nicht wieder sinken, nur weil die Benzinpreise, wie im Moment, doch wieder extrem runter gegangen sind, so um die 1,20 liegen wir ja jetzt wieder, die Bahntickets sind sicher nicht im Preis gesunken.