Unterstützung, wem Unterstützung gebührt…
Nach dem die chaotische Opposition im Bundestag nicht mit sinnvollen Konzepten punkten kann (zugegebenermaßen kann das die Regierung aktuell auch nicht), schießt sie sich nun auf die Afghanistanpolitik der Bundesregierung ein.
Nun mag man ja durchaus geteilter Meinung über den Krieg (der völkerrechtlich keiner ist) in Afghanistan und die Motive für diesen sein. Fakt ist und bleibt jedoch, dass das Land bis 2001 unter einem gewaltsamem Regime der Taliban gelitten hat und insbesondere die Rechte der Frauen, also traditionell doch eine der Bevölkerungsgruppen die den Linken ganz besonders am Herzen liegen, praktisch nicht existierten. Wohl nur wenige Länder können es mit dem altertümlichen Frauenbild der Taliban aufnehmen; eigentlich müsste doch schon diese Tatsache allein Feministinnen als Kriegsgrund genügen, oder?
Egal, ich will jetzt gar nicht den Krieg und seine Legitimation diskutieren.
Was mir allerdings gehörig auf den Senkel geht, ist die aktuelle Hetzjagd. Und nein, mir geht es nicht um die Minister (a.D.) Jung, zu Guttenberg oder gar “Mutti” Merkel. Mir geht es um unsere Soldaten. Die Soldaten, die unser höchstes demokratisches Gremium, der Bundestag, in den Krieg geschickt hat.
Wie muss sich ein Oberst oder Offizier in Afghanistan fühlen wenn er mitbekommt wie Oberst Klein in den deutschen Medien gehetzt wird? Nicht nur dass sich die Soldaten durch die Bestimmungen des Bundestagsmandat kaum gegen die Taliban wehren dürfen, nein sie sind auch noch wehrlos den Medien in der Heimat ausgesetzt. Ich kriege zu viel, wenn ich immer und immer wieder Berichte von einem einzigen misslungenen Einsatz, der wohl auch unschuldige Zivilisten getroffen hat, vorgesetzt bekomme!
Wo sind die Berichte über Taliban die in Afghanistan und Pakistan ganze Dörfer voll von Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchen? Wo sind die Nachrichten über Taliban-Kämpfer die Frauen und Mädchen steinigen, weil diese sich trauen in die Schule zu gehen? Wer schreibt darüber, dass Warlords Afghanistan zum größten Opium-Produzenten der Welt gemacht haben, wovon die Taliban zumindest zum Teil von profitieren?
Sicher man darf und muss auch über Fehler der (deutschen) Soldaten in Afghanistan reden. Probleme in der aktuellen Strategie müssen kritisch diskutiert und diese Strategie so angepasst werden, dass klare Ziele definiert werden und für diese dann auch in jeder Hinsicht gekämpft wird. Aber wir dürfen während diesem Prozess nie vergessen, warum unsere Soldaten dort in Afghanistan sind – wir alle haben sie (indirekt) geschickt, nun sollten wir auch zu ihnen stehen. Ihr Einsatz ist schon schwer genug, machen wir es für unsere Soldaten nicht noch schwerer. Oder wie denkt ihr über die aktuelle Berichterstattung zum Afghanistan-Krieg?
P.S.: Zum Thema gibt es vom Schriftsteller Michael Kleeberg einen absolut lesenswerten Kommentar, der mich zu diesem Post inspiriert hat! bei der Welt Online




(Ø 4.67)




